Die Weltbevölkerung wächst. Die landwirtschaftlichen Flächen nicht. Im Jahr 2050 gehen die Statistiker von einer Weltbevölkerung von 10 Milliarden Menschen aus. Um deren Nahrungsbedarf zu decken, müsste die landwirtschaftliche Nutzfläche um 70 Prozent vergrößert werden, tatsächlich schrumpft diese jedoch seit Jahren. Allein zwischen 2000 und 2022 hat sich die globale landwirtschaftliche Nutzfläche um 91 Millionen Hektar verkleinert!
Warum? Die konventionelle Landwirtschaft ist eine Hochleistungsindustrie, die knallhart kalkuliert: effektives Flächenmanagement, Fortschritte bei der Pflanzenzucht und Saatgutgewinnung, moderner landwirtschaftliche Maschinen, der Einsatz von chemischen Dünge- und Pflanzenschutzmitteln führen zu Ertragssteigerungen, bei geringerem Flächenverbrauch.
Der Erfolg ist sichtbar, für jeden. Die Supermärkte quelllen über an Lebensmitteln. Mangel herrscht nur, wenn Konzerne sich streiten und nicht – weil es eine Mangellage gibt.
Die Produktion von Nahrungsmitteln ist heute nicht mehr auf eine Region oder eine Jahreszeit beschränkt und so werden beispielsweise Avocados: aus Mexiko, Chile, Kalifornien, Peru, Israel, Spanien, Portugal, Italien, Griechenland, Kenia, Vietnam oder Australien, importiert.
80 Jahre sind eine lange Zeit
Das erste chemische Insektizid wurde 1940 in der Landwirtschaft eingesetzt. DDT oder Dichlordiphenyltrichlorethan war ab diesem Zeitpunkt die ultimative Waffe gegen den Kartoffelkäfer. Bis festgestellt wurde, dass DDT extrem stabil war, sich im Boden anreicherte und eine hormonähnliche Wirkung auf Greifvögel hatte.
Beim Menschen wurde die akute Giftigkeit als gering beschrieben, doch der Verdacht das DDT krebserregend sein könnte, hat 1970 dazu geführt, dass es in vielen Industrieländern als Insektizid verboten wurde. Tatsächlich kann der Mensch DDT gut wegstecken – vor allem in seinem Körper- und Fettgewebe. Langzeitstudien an Mäusen, Ratten und Hamstern haben nachgewiesen, dass durch DDT vermehrt Tumore in Leber, Lunge und im Lymphsystem gebildet werden. Dennoch hat die internationale Agentur für Krebsforschung (IARC), eine Unterorganisation der WHO aber erst 2015 DDT als „wahrscheinlich krebserregend für den Menschen“ eingestuft.
Fleißige Chemiker
Pflanzenschutzmittel sind für die chemische Industrie globale Blockbuster-Produkte. Mittlerweile gibt es allein bei den Pestiziden über 600 aktive Substanzen, von denen aber nur 100 toxikologische verlässlich untersucht sind.
Für den Schutz der Bevölkerung hat jede Nation oder Staatengemeinschaft, unterschiedlichen Grenzwerte eingeführt. Es gibt Grenzwerte, über die Mengen, welche ausgebracht werden dürfen; Grenzwerte, welche kurz vor der Ernte auf den Produkten nachweisbar sein dürfen; Grenzwerte über die erlaubte tägliche Aufnahme der Stoffe ohne, dass ein toxikologischer Effekt oder eine gesundheitliche Beeinträchtigung bei den Versuchstieren und Menschen nachgewiesen werden kann.
Verbraucher interessieren sich in der Regel, nicht für die unterschiedlichen Grenzwerte, sondern vertrauen darauf, dass alle Beteiligten am Stoffkreislauf von landwirtschaftlichen Produkten nach einer Maxime arbeiten:
Nahrung sollte Nährwert haben und eine kleinstmögliche Belastung an schädlichen Substanzen.
Vergleicht man jedoch die Grenzwerte für die maximalen Rückstände im Produkt (MRL), welche von der EU, der USA und Kanada zugelassen sind, kommt man ins Grübeln. Die MRLs werden aus 10 unterschiedlichen Stichproben ermittelt, bevor das landwirtschaftliche Gut geerntet wird. Die Maßeinheit der MRLs ist µg (eintausendstel Milligramm) pro Kilogramm.
In der EU liegt der MRL für Äpfel bei 10 (µg/kg), in den USA bei 12000 (µg/kg) und in Kanada bei 5000 (µg/kg). Ähnlich sieht es aus bei dem Insektizid Malathion dort liegt der MRL für Äpfel bei 20 (µg/kg) in der EU, in den USA bei 8000 (µg/kg) und in Kanada bei 2000 (µg/kg). Permethrin, das in Deutschland, der Schweiz und in Österreich seit dem Jahr 2000 nicht mehr eingesetzt werden darf, liegt in den USA der MRL bei Äpfel 50 (µg/kg) und in Kanada bei 1000 (µg/kg).
Da kein Endkunde eine chemische Analyse macht, um den Gehalt an Pflanzenschutzmitteln zu überprüfen, bleibt einfach, zu vertrauen, dass sich die Beteiligten der Agrar-Industrie sich an die Grenzwerte halten.
Doch ist das Vertrauen gerechtfertigt?
Studien und Untersuchung von unterschiedlichen Laboren und Instituten bestätigen zumindest, dass innerhalb der Europäischen Union die Grenzwerte eingehalten werden. Das Bundesamt für Lebensmittel und Verbraucherschutz hat im Januar 2026 die „Nationale Berichterstattung Pflanzenschutzmittelrückstände in Lebensmitteln 2024“ veröffentlicht.
Erfreulich war darin zu lesen, dass es bei Proben aus Deutschland nur 1,0 % Überschreitungen gab. Bei anderen EU-Ländern betrug die Überschreitung 1,5 % und bei Proben aus Drittländern lag sie bei 6,7 %.
Bei Produkten, welche in Deutschland und anderen EU-Ländern angebaut wurden, lag die Quote an nicht quantifizierbaren Rückständen bei ökologischem Anbau bei 80,1 %, bei konventionellem Anbau betrug sie 45,9 %.
Landwirtschaftliche Erzeugnisse werden heute nicht nur mit einem Pflanzenschutzmittel behandelt. Die Pflanzen müssen vor unterschiedlichen Insekten, Nagern, Würmern, Schadpflanzen und Pilze geschützt werden: je nach zu erwartendem Befall, tatsächlichem Befall, je nach Witterung und je nach Sorte. Obst und Gemüse ist deshalb mehrfach mit Pflanzenschutzmittel belastet. Von 100 Proben pro Sorte wiesen 75 Mehrfachrückstände auf. Betroffen waren Kirschen, Birnen, Tomaten, Erdbeeren, Tafeltrauben, Orangen und Aprikosen. Interessanterweise wiesen aber auch Rucola, Petersilie, Grünkohl und Tee eine Mehrfachbelastung auf.
Wie wird man Pflanzenschutzmittel-Rückstände los?
Jedes Obst und Gemüse hat, je nach eingesetzten Pflanzenschutzmitteln ein eigenes Prozedere, um Mehrfachrückstände zu minimieren. Die verarbeitende Industrie weiß in der Regel, um was für Rückstände es sich handelt und hat eigene Protokolle, um diese zu minimieren. Der Endverbrauch, kennt die Chemikalien nicht und wäscht sein Obst und Gemüse häufig einfach mit Leitungswasser. Was aber einfach nicht reicht!
Erdbeeren waren immer ein Paradebeispiel für eine Mehrfachbelastung. Sie sind Sensibelchen, was Schimmelpilze angeht, auf dem Feld wie auch beim Transport und der Lagerung. Die Stiftung Warentest Magazin hat in der Ausgabe 7/2025, die Belastung von Erdbeeren untersucht. Erfreulich wurde festgestellt, dass die Erdbeeren aus der EU nicht bis gering, mit Pflanzenschutzmitteln belastet. Erdbeeren, welche außerhalb der europäischen Erntesaison angeboten werden, wurden nicht untersucht. Wer aber auf Nummer sichergehen will, wäscht seine Erdbeeren mit Wasser und Spülmittel, das löst zumindest drei in der EU zugelassen Fungizide: Pryimethanil, Azoxystrobin und Fenhexamid.
Wer als Endverbraucher Pflanzenschutzmittel möglichst aus dem Weg gehen will, wäscht sein Obst und Gemüse mit Spülmittel und schält es anschließend. Das dabei die gesunden Stoffe in und unter der Schale verloren gehen, muss man in Kauf nehmen oder zur Bio-Ware greifen.
Doch was ist mit Pflanzen, welche man nicht waschen kann, wie beispielsweise Kräuter für Teezubereitung. Auch dafür gibt es eine Studie. Eine Arbeitsgruppe aus Ägypten hat 1996 Pfefferminz- und Kamillentee nach Rückständen untersucht. Gefunden wurden Lindan, Profenophos, DDT, Pirimiphos-methyl und Endrin (seit 2004 weltweit verboten) gefunden.
Normalerweise bereitet man Kräutertee zu, indem man die Blätter, Stängel oder Blüten mit dem heißen Wasser überbrüht und ziehen lässt. So wie es schon immer gemacht wurde. Allerdings konnten die Wissenschaftler bei der traditionellen Art der Zubereitung nachweisen, dass dabei sehr viel Pflanzenschutzmittel im Teewasser vorhanden war. Wurden die Teebestandteile jedoch in kaltes Wasser gegeben und dann fünf Minuten gekocht, konnten keine Pflanzenschutzmittel mehr nachgewiesen werden.
Der Job des Toxikologen
Bevor Pflanzenschutzmittel zugelassen werden, müssen sie nicht nur ihre Wirksamkeit und Umweltverträglichkeit beweisen, sondern werden auch toxikologisch geprüft. Dabei wird festgelegt, wie viel von der Substanz ausgebracht werden kann und wie viel auf dem Ernteprodukt haften darf, ohne den Menschen zu gefährden. Daneben wird auch untersucht, wie toxisch das Pesti-, Herbi-, Insekti-, Nemati-, Aphi-, Molluski-, Fungi- oder Mykozide für die Nichtzielorganismen ist und sich deren Abbauprodukte verhalten. Toxikologen führen die aufwendigen und kostenintensiven Untersuchungen, nach den vorgegebenen Protokollen, der Zulassungsbehörden durch.
Bisher wurden für diese Untersuchungen immer die Reinsubstanz untersucht. Zum einen, weil es die Untersuchungsmethoden erleichtert, zum anderen die statistische Auswertung der Untersuchungsergebnisse und deren Aussagekraft vereinfacht. Doch so einfach, wie sich Behörden die Wirkungsweise von Chemikalien vorstellen, ist die Sache leider nicht mehr.
Es gibt Studien, die nachweisen konnten, dass das Breitbandherbizid Glysophat, als Reinstoff weniger toxischer war als das Glysophat-Produkt Roundup®, welches aus Glysophat und Hilfsstoffen besteht. Behörden und Hersteller brandmarken die unterschiedlichen Studien, als wissenschaftlich inkorrekt. Doch trotz der unterschiedlichen Auffassung, was die Studienergebnisse angeht, werden die Grenzwerte für dieses Pflanzenschutzmittel in Europa kontinuierlich nach unten korrigiert.
Life-Style-Zusätze und Pflanzenschutzmittel
Anfang 2023 wurde von Viorica Dinca und ihrem Team eine Studie veröffentlich, welche einen Schritt weitergeht. Sie gingen der Frage nach: „Gibt es einen Effekt zwischen Pflanzenschutzmittel und Lifestyle-Zusätzen, die weit unterhalb der NOEL-Werts konsumiert werden?“. Der NOEL-Wert (No Observed Effect Level) steht für die tägliche Dosisaufnahme, bei der kein Effekt bei Menschen oder Tieren festgestellt wurde.
Bei den Pflanzenschutzmitteln kamen Herbizide, Pestizide und Insektizide zum Einsatz. Bei den Life-Style-Zusätzen wurden die gängigen Konservierungsmittel (Natriumbenozat, EDTA), das Süßungsmittel (Aspartam), Bisphenol A und Gummi arabicum verwendet. Im Prinzip alles Stoffe, des täglichen Kontakts.
Die Tierversuchsstudie wurde mit 40 Ratten durchgeführt. Vier Gruppen, mit jeweils fünf männlichen und weiblichen Tieren wurden gebildet. Drei davon wurden mit einer sehr niedrigen, mittleren und hohen Konzentration an Chemikalien ausgesetzt. Aber alle unterhalb des NOEL-Werts! Dauer der Studie war 18 Monate. Die Kontrollgruppe lebte genauso lange, aber erhielt keinen zusätzlichen Chemikalienmix.
Alle Tiere, welche den Chemikalien ausgesetzt waren, hatten schwerere Organe als die Tiere der Kontrollgruppe. Die Tiere mit der mit der höchsten Chemikalienkonzentration hatten deutlichen Entzündungsreaktionen im Körper, wiesen in den Gewebeschnitten sichtbare Gewebeschäden im Gehirn, in der Herzmuskulatur und in den Nieren auf. Tiere, welche nur der mittleren Konzentration ausgesetzt waren, hatten Veränderungen in der Gewebestruktur der Lunge, Leber und Nieren. Alles Organe, welche mit dem Abbau und Entsorgung der chemischen Verbindungen beschäftigt sind.
Doch selbst die Tiere, mit der niedrigsten Konzentration, zeigten Organveränderungen: in Herz und Lunge. Beide Organe waren in der dieser Gruppe schwerer als in der Kontrollgruppe. Hinzu kam, dass alle Tiere dieser Gruppe milde, aber chronischen Entzündungsreaktionen hatten.
Tumore oder ihre Vorstufen konnten nicht nachgewiesen werden, auch welche Auswirkungen die Gewebeveränderungen auf die Tiere gehabt hätten, hätten sie länger gelebt, wurde nicht weiter untersucht. Aber aufgrund der ersten Ergebnisse, sollen weitere Studien folgen, welche die Auswirkungen von zugelassenen Pflanzenschutzmitteln und Life-Style-Zusätzen genauer untersuchen.
Dilemma unsere Zeit
Bekannt ist mittlerweile, dass jeder Mensch ob, schon geboren oder nicht, Chemikalien aus der Umwelt aufnimmt. Zwar haben wir Systeme, welche in der Lage sind, diese Stoffe abzubauen und auszuscheiden, doch falls die Entsorgungssysteme nicht funktionieren, werden Chemikalien und ihre Abbauprodukte zur sicheren Verwahrung im Körper- wie Fettgewebe eingelagert. Die oben genannte Ratten-Studie zeigte, dass ein Mix aus unterschiedlichen Chemikalien, alle unterhalb der zugelassen tagtäglichen Aufnahmedosis einen Effekt auf die Gesundheit der Versuchstiere hatte: Alle waren krank.
Denis Bloch vom deutschen Bundesinstitut für Risikobewertung hat in ihrem Gastbeitrag in der Fachzeitschrift: „Archives of Toxicology“ im August 2023, versucht den Albtraum der heutigen Toxikologen herauszuarbeiten.
Toxikologen legen bei der Risikobewertung von Chemikalien: Die Gefährlichkeit der Chemikalie für den Einzelnen fest, den gesundheitsbasierten Richtwert, bei dem ein gesundheitliches Risiko nicht zu erwarten ist und den NOEL-Wert einer Chemikalie, bei dem keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen erkennbar waren. Aus diesen Werten wird die tägliche Dosis errechnet, die man ohne gesundheitliche Einschränkung aufnehmen könnte.
In einer Welt, wo nur eine Chemikalie aufgenommen und auch gleich wieder ausgeschieden wird, wäre diese Risikobewertung einfach. Doch entspricht dies, einfach nicht der Realität.
Denise Bloch unterteilt mit ihrem Team, die heutige Problematik die Chemikalien unterhalb des gesundheitlichen Richtwerts verursachen, in drei griffige Konzepte.
- Der Drachen mit mehreren Köpfen
Bei diesem Konzept sind mehrere Chemikalien vorhanden, die alle denselben molekularen Mechanismus und Zelltyp im Organismus beeinflussen. Eliminiert man den einen, wirkt einer der anderen.
- Synergie-Effekt des Bösen
Hier kommt es zu einer Kombination von mindestens zwei Chemikalien. Die erste Chemikalie kann in einer hohen Dosis eine gesundheitsschädliche Wirkung auslösen. Doch in dieser ist sie nicht zugelassen und wird auch nicht eingesetzt. Die zweite Chemikalie wirkt aber als Verstärker und damit, entfaltet die erste Chemikalie, selbst in ihrer geringen Konzentration, ihre schädliche Wirkung im Organismus.
- Rebellische Zwerge
Tagtäglich nehmen Menschen eine vielfältige Mischung an Chemikalien aus der Nahrung, Kosmetik, Kleidung, Lebensraum, Wasser und Luft auf. Alle befinden sich weit unterhalb des gesundheitsbasierten Richtwerts. Sie sind Zwerge, welche im Organismus kaum nachweisbar sind, doch diese Zwerge schließen sich zusammen und lösen dann eine gesundheitsschädliche Reaktion aus.
Für alle Konzepte gibt es Fall-Studien, welche den Toxikologen und Zulassungsbehörden bekannt sind. Es wird interessant sein, wie lang es brauchen wird, bis sich angepasste Protokolle entwickelt haben und sich die Zulassungsbedingungen geändert haben.
Fazit
Seit über 80 Jahren wird die Umwelt durch industrielle hergestellte Pflanzenschutzmittel belastet. Pflanzenschutzmittel sind wichtig für die konventionelle Agrarindustrie: Zum einen, um auf gleichbleibender Fläche einen hohen Ertrag zu erwirtschaften. Zum anderen für den weltumspannenden Transport von landwirtschaftlichen Gütern und um diese, lagerfähig zu machen.
Selbst wenn die Richtwerte und Zulassungen von Pflanzenschutzmitteln und Lifestyle-Zusätzen in der EU eingeschränkt oder verboten werden, heißt das nicht, dass der Endverbraucher sicher ist, denn jede Nation legt ihre Grenzwerte selbst fest.
Ökologische Landwirtschaft ist zwar auf dem Vormarsch, doch erreicht diese nicht das Ertragsvolumen der konventionellen Agrarindustrie. Hinzu kommt, dass viele Kunden nicht bereit sind – und häufig es auch nicht können – ihr Obst und Gemüse: in Bio-Qualität, saisonal und regional zu kaufen.
Die Europäische Gemeinschaft reagiert auf die Untersuchungsergebnisse von Wissenschaftlern. Sie verschärft ihre Richtlinien seit Jahren kontinuierlich und schränkt den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und Lifestyle-Zusätzen ein.
Doch was im Boden, im Wasser vorhanden ist und über weite Strecken in der Luft transportiert wird, nehmen Menschen und Tiere auf.
Studie an Versuchstieren haben gezeigt, dass die Annahme der früheren toxikologischen Risikobewertung, nicht mehr korrekt sind. Denn obwohl viele Stoffe unterhalb der Grenzwerte liegen, wenn sie aufgenommen werden, ist die Mischung der Chemikalien im Körper der Versuchstiere das Gefährliche. Weitere Studien werden folgen, und es wird sich zeigen, ob diese Ergebnisse auf den Menschen übertragbar sind. Vielleicht wird dann auch geklärt werden, ob die steigende Anzahl an unterschiedlichen Krebserkrankungen und neurologischen Krankheiten, der Moderne geschuldet sind oder nicht.
Ankerpunkte
Pflanzenschutzmittel und ihre Abbauprodukte sind weit verbreitet in landwirtschaftlichen Erzeugnissen. Obwohl in der Europäischen Gemeinschaft ihr Einsatz, ihre Dosierung und der Restgehalt am Produkt reguliert sind, stellen sie nach toxikologischer Sicht ein Problem dar. Nicht als Einzelsubstanz, sondern als Mischung mit anderen Pflanzenschutzmitteln, Umweltchemikalien und den Lifestyle-Chemikalien des täglichen Lebens.
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